SPD im Kreistag: Finanzielle Unterstützung für Hebammen und kostenloses WLAN in Bussen wird geprüft

Auf Antrag der SPD-Fraktion und des Koalitionspartners prüft der Kreisausschuss des Landkreises Marburg-Biedenkopf eine finanzielle Unterstützung für Hebammen sowie die Umsetzung von kostenlosem WLAN in Bussen innerhalb des Landkreises. Beide Anträge wurden in der Sitzung des Kreistages am 4. Mai 2018 mit großer Mehrheit beschlossen.

Hildegard Otto, die den Antrag zur Unterstützung von Hebammen für die SPD einbrachte, betonte in ihrer Rede die schwierige Situation dieser Berufsgruppe: „Steigende Haftpflichtprämien und eine vergleichsweise geringe Vergütung bereiten freiberuflichen Hebammen massive Probleme. Viele geben daher ihren Beruf aus finanziellen Gründen auf. Bereits jetzt gibt es in einigen Regionen des Landkreises Marburg-Biedenkopf Engpässe bei der Betreuung von schwangeren Frauen.“

Hildegard Otto
Hildegard Otto, SPD

Wie Otto weiter hervorhob, leisten Hebammen einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag bei der Betreuung schwangerer Frauen vor, während und nach einer Geburt. Mit dem Antrag wolle man auch eine wohnortnahe Geburtshilfe ermöglichen und Eltern Freiheit bei der Wahl des Geburtsorts geben. „Es soll daher geprüft werden, ob und in welchem Umfang eine finanzielle Unterstützung freiberuflicher Hebammen durch den Landkreis Marburg-Biedenkopf möglich ist“, so Otto abschließend zur Antragsbegründung.

Mit der Prüfung eines kostenlosen WLAN-Angebots in Bussen innerhalb des Landkreises wurde ein weiterer wichtiger Beschluss gefasst. Der Antrag ziele darauf, die Attraktivität des ÖPNV vor allem in den ländlichen Gebieten des Landkreises zu steigern, wie Klaus-Dieter Engel in seiner Rede für die SPD begründete. Das Angebot solle zunächst auf ausgewählten Teststrecken erprobt werden. Gerade auf längeren Fahrten sei es ein Vorteil, im Bus im Internet surfen oder arbeiten zu können, erklärte Engel.

Klaus-Dieter Engel
Klaus-Dieter Engel, SPD

Mit der Verabschiedung der kulturpolitischen Leitlinien wird ein Ziel sozialdemokratischer Kulturpolitik für den Landkreis umgesetzt. Die Leitlinien bilden den Rahmen für die Kulturpolitik der kommenden fünf Jahre. Kerstin Ebert, Rednerin für die SPD, sagte dazu: „Kultur ist kein Luxus, sondern ein bedeutender Faktor für die Lebensqualität der Menschen. Kulturelle Teilhabe muss allen Menschen möglich sein.“ Dabei habe der Landkreis bei der Erstellung der Leitlinien mit einer umfangreichen Bürgerbeteiligung neue Wege beschritten.

Einen besonderen Höhepunkt bildete der jährliche Bericht des Kreisjugendparlaments (KJP). Vertreterinnen und Vertreter des KJP stellten dabei verschiedene Projekte vor, wie beispielsweise die Arbeitsgemeinschaft ÖPNV, die sich beim Thema Busverkehr speziell für Angebote für junge Menschen einsetzt. Auch berichteten die Jungparlamentarierinnen und -parlamentarier unter anderem über einen Sponsorenlauf (externer Link) am 26. Mai in Gladenbach, mit dem Geld für die Errichtung von barrierefreien Hochbeten gesammelt werden soll.

 

Die vollständige Tagesordnung der Kreistagssitzung ist hier (externer Link auf die Website des Landkreises Marburg-Biedenkopf) einsehbar.