Pressemitteilung:

18. Mai 2015

Christoph Degen: SPD fordert zügigen Ausbau von Ganztagsschulen in Hessen

Bildung

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Christoph Degen hat zur Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen in Hessen den bedarfsgerechten Ausbau rhythmisierter und (teil-)gebundener Ganztagsschulen gefordert. „Der Bedarf ist groß, das Angebot noch dürftig. Echte Ganztagsschulen sind seit Jahren Mangelware: Gerade einmal 5 von 1.035 Grundschulen und 19 von 647 weiterführende Schulen – ohne Förderschulen – sind Ganztagsschulen im sogenannten Profil 3. Darunter befindet sich nicht ein einziges öffentliches Gymnasium. Hessen ist damit Schlusslicht im Bundesländervergleich. Das ist eine Bankrotterklärung für den einstigen Vorreiter in Deutschland“, sagte Degen am Montag in Wiesbaden.

Nach Ansicht der SPD-Fraktion sollen sich in Hessen jedes Jahr 100 Grundschulen zu echten Ganztagsgrundschulen weiterentwickeln können und auch weiterführende Schulen diesen Weg gehen. Momentan können nur 3,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler Ganztagsschulen besuchen. Mit dem zügigen Ausbau könnten künftig 30 Prozent diese Chance erhalten.

Im Rahmen des Bildungsgipfels sei das Thema Ganztagsschulausbau mehrfach und von verschiedenen Seiten als dringlich angemahnt worden. Der vielbeschworene „Pakt für den Nachmittag“, mit dem der Ausbau von Betreuungsangeboten an Grundschulen forciert werden solle, sei weder pädagogisch noch qualitativ eine Alternative zu echten Ganztagsschulen.

„Wir sehen die Landesregierung in der Pflicht. Beliebige Angebote am Nachmittag können schulischer Förderung im Rahmen sinnvoller Rhythmisierungskonzepte nicht das Wasser reichen. Statt eines starren 45-Minuten-Takts brauchen wir flexible und rhythmisierte Unterrichtszeiten. Statt Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf auszusondern, müssen wir sie integrieren und soziales Lernen stärker fördern“, so der SPD-Bildungspolitiker.


"Mit Ganztagsschulen Eltern endlich echte Wahlfreiheit garantieren"

„70 Prozent der Eltern in Deutschland wollen, der dritten von TNS Emnid durchgeführten JAKO-O-Bildungsstudie zufolge, Ganztagsschulen für ihr Kinder, 30 Prozent davon in gebundener Form. In Hessen wird dieser Elternwunsch gerade einmal an 3,5 Prozent aller Schulen erfüllt. Die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit muss endlich verringert werden. Auch in Hessen klagen Eltern und Verbände immer wieder darüber, dass eine erhebliche Bedarfslücke besteht“, sagte Degen.

"Mit Ganztagsschulen mehr Zeit für individuelle Förderung und gemeinsames Lernen ermöglichen"

Bildungsstudien belegten seit Jahren, dass Ganztagsschulen die Bildungschancen jedes einzelnen Kindes erhöhten, weil sie mehr Zeit und Freiraum für individuelle Förderung und die Entfaltung persönlicher Begabungen ließen. Das Schulsystem müsse endlich alle Kinder mitnehmen und gleiche und faire Bildungschancen garantieren. In Hessen würden hingegen in der Grundschule die Weichen für den weiteren Schulweg gestellt. Kinder würden schon früh nach Schularten selektiert, anstatt sie zu fördern.

„Der flächendeckende und bedarfsgerechte Ausbau erfordert zusätzliche und ausreichende Mittel für die Einstellung von pädagogischem und unterstützendem Personal. Wir brauchen Ganztagsschulen vor Ort in erreichbarer Nähe und in der Fläche. Die Landesregierung kann mit der Unterstützung unseres Antrags unter Beweis stellen, dass sie ihre Ankündigungen ernst meint“, sagte Degen.

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