Meldung:

17. Februar 2015
Neustadt erhält eine Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge

Flüchtlinge im Kreis und in Neustadt willkommen!

Koalition formuliert Forderungen, um Neustadt bestmöglich zu unterstützen

"Neustadt hat eine Infrastruktur und liegt nicht am Rande der Welt, sondern mitten in Hessen und in Deutschland", so reagierte Kreistagsabgeordneter Hans-Gerhard Gatzweiler auf den Antrag der Linken, die die Einrichtung einer Erstaufnahmestelle in Neustadt grundsätzlich ablehnen.
Anstatt sie abzulehnen, akzeptieren SPD und CDU diese, fordern aber, dass von Land und vom Bundesamt für Migration entsprechende Ausstattungen geschaffen und Unterstützungen geboten werden, um sowohl für die Flüchtlinge selbst eine akzeptable Unterkunft zu bieten als auch der Stadt Neustadt zu helfen, die neue Situation zu bewältigen.
Inzwischen ist klar, dass in Neustadt kein Provisorium, sondern eine eigenständige Erstaufnahmeeinrichtung mit 700 bis 800 Plätzen entstehen soll. Das Land will 15 Gebäude auf dem Gelände der Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne herrichten und nimmt dafür 10,2 Mio. Euro in die Hand. 100 bis 150 Arbeitsplätze sollen entstehen. Die Entscheidung war notwendig geworden, weil die Kapazitäten in der Gießener Erstaufnahmestelle nicht mehr ausreichen. Deshalb kommen Büdingen und Neustadt als Außenstellen dazu. Hier werden die Flüchtlinge ca. 4-5 Wochen verbleiben, bis sie anderen Landkreisen zugewiesen werden.
Die Vorstellung, auch die Flüchtlinge im Rahmen der Erstaufnahme dezentral in Wohnungen unterzubringen, ist nicht umsetzbar, weil die notwendige Infrastruktur für die Bearbeitung der Asylanträge dann nicht vor Ort zur Verfügung stünde. Die notwendigen Formalitäten oder die gesundheitliche Betreuung lassen sich nämlich zweckvoller zentral in einer Aufnahmestelle organisieren.
Gatzweiler monierte bei allem Verständnis aber, dass die Stadt Neustadt und der Landkreis unzureichend in den vergangen Wochen informiert worden seien, und forderte vollständige und zeitnahe Beteiligung bei allen weiteren Schritten, da nur Transparenz dafür sorge, dass Vorurteile oder Ängste in der Bevölkerung nicht aufkommen könnten.

Neustadt und der Kreis hießen die Flüchtlinge willkommen.

In dem Alternativantrag von SPD und CDU, der mit allen Stimmen außer denen der Linken verabschiedet wurde, werden aber auch eindeutige Erwartungen formuliert, um eine angemessene Unterbringung für die ankommenden Flüchtlinge zu schaffen und eine gute Nachbarschaft zu den Neustädterinnen und Neustädtern zu entwickeln.

Wir wollen diese Aufgabe gemeinsam angehen und sichern der Stadt Neustadt bestmögliche Unterstützung zu. Wenn es gelingt, die Erstaufnahme der Flüchtlinge in Neustadt gut zu organisieren, wird dies auch im ganzen Landkreis und darüber hinaus positiv wahrgenommen werden.


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