Pressemitteilung:

04. Februar 2015

Dr. Thomas Spies: Opfer und Tat dürfen niemals vergessen werden

Befreiung des KZ Auschwitz

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Dr. Thomas Spies hat in der heutigen Debatte zum Gedenken an den 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee angemahnt, die Opfer und die Tat niemals zu vergessen. „Verbrechen sind immer unfassbar. Aber erst der Plan zur vollständigen Vernichtung der gesamten jüdischen Bevölkerung Europas und noch mehr die bürokratische, nach der Wannsee Konferenz industriell organisierte Umsetzung des Massenmordes macht die Geschehnisse so unvergleichlich und jenseits aller menschlichen Verbrechen zur singulären Katastrophe. Diese Singularität ist es, die die besondere, unauslöschbare Verantwortlichkeit der Nation der Nachfahren der Täter begründet, der wir uns immer neu stellen müssen“, sagte Dr. Spies am Mittwoch in Wiesbaden.

Am 27. Januar 1945 wurden die Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz durch die 322. Infanteriedivision der Roten Armee befreit. Von den noch angetroffenen überlebenden Häftlingen verstarben viele – trotz medizinischer Hilfe – in den folgenden Tagen. Mindestens 1.200.000 Menschen waren bis dahin allein an diesem Ort systematisch misshandelt, gedemütigt, missbraucht und ermordet worden.

„Die Herausforderung der Gegenwart ist nicht nur historisches Gedenken, sondern die Identifikation der Wurzeln der Unmenschlichkeit und ihre Benennung im Alltäglichen“, so Dr. Spies. Es komme darauf an, die Anfänge, auf die kleinen Momente der Unmenschlichkeit zu erkennen. „Ein bisschen steckt in jedem Kind das, was man den Faschismus nennt“, zitierte der SPD-Abgeordnete Hanns-Dieter Hüsch.

„Wer sich selbst zum Mitmenschlichen fähig erhält, wer jedem und jeder Achtung, Akzeptanz, Freiheit und Sicherheit schenkt, der schützt sich und uns alle. Der potentiell grenzenlosen Unmenschlichkeit tritt nur das allgegenwärtige Bemühen um Mitmenschlichkeit entgegen. Vergessen wir niemals Opfer und Tat. Seien wir aufmerksam alle Zeit: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“, sagte Dr. Spies.

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